Freitag, 14. August 2026

Der Klimawandel vor 2500 Jahren

Vom Stil her ist es ja ein typischen Ken Follet Buch. Es gibt herausragende Charaktäre, die gerne etwas bauen oder etwas verändern. Dann ein bisschen Gewalt, Ungerechtigkeit, Sex und Alltagsleben - all das 2500 v.Chr. Mittelmaß trifft es - wäre da nicht der Teil mit der Dürre. Weil zum einen haben wir so etwas gerade selbst. Und zum anderen ist interessant, wie darauf reagiert wird. Gemeinschaften beginnen zu zerfallen, Kriegsgelüste werden wach. Dann verlieren die Waldbewohner durch einen Waldbrand (alles, was wir auch haben) ihren Lebenslauf und werden zu Flüchtlingen, die niemand will. Da gibt es ein authoritäres Regime bei den Bauern, Unterdrückung der Frauen eben dort. Es gibt Besonnene und Kriegstreiber, die sogar einen Genozid vorschlagen. Eine zeitlang denkt man, ein gemeinsames Projekt (das Steinmonument) eint alle in der Krise und hilft zugleich, diese zu bewältigen. Dann hätte man fragen können, was heute unser gemeinsames Projekt ist, das uns durch diese Krise führt. Aber das ist nicht in Sicht, im Gegenteil, das Gemeinsame wird reduziert, jeder will es als Einzelkämpfer möglichst komfortabel. Bei Follet biegt die Handlung dann (leider) von dieser Klimakrise ab.

Ken Follet: Stonehenge. Die Kathetrale der Zeit. 

Montag, 3. August 2026

Da werden wir noch schön schauen

Es gibt unterschiedliche Standpunkte zum Thema KI, aber eines haben all diese gemeinsam: das Thema lässt niemanden kalt. Dabei finde ich die schaurige Variante, wo eine Super KI uns alle hinwegrafft, garnicht so das Thema. Das rangiert eher im Bereich Meteoriteneinschlag. Das Schlimme ist einerseits, dass wir eine Technologie haben, wo man anscheinend teilweise nicht mehr nachvollziehen kann, wie sie funktioniert, wie ein bestimmtes Ergebnis zustande gekommen ist. Gab`s sowas schon mal? Nein, bisher war der Mensch schon noch der Boss. Und das andere ist, was die Menschen damit machen werden. Ausgehend von Profitgier wird man nichts unversucht lassen (wenn Mustafa Suleyman schreibt, dass man auch mal bereit sein muss, mit etwas aufzuhören, fällt mir nur ein "Warum hab ich nicht nein gesagt?") Die Asymmetrie macht nämlich schon Bedenken. Einzelne oder Gruppierungen können gewaltig viel lahm legen. Und was tun wir? Schön alles auf digital trimmen, damit dann ja nichts mehr geht. Oh was werden wir schimpfen und uns ärgern, dass wir unsere Faxgeräte entsorgt haben. Eine andere interessante Stelle im Buch war die Ansicht, dass die Staaten mit "alten Kochrezepten", z.B. den Corona Erfahrungen, an die Sache rangehen. Das wird daneben gehen.

Zwei Dinge unterschätzt Suleyman meiner Meinung nach: die Gier nach Geld und die Bequemlichkeit der Menschen, in ihrem schönen Dasein zu verharren. Also: schön festhalten. Die Frage ist nicht ob, sondern wann das Theater losgeht. (Gerne liege ich hier falsch)

Mustafa Suleyman: The coming wave.