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Mittwoch, 24. Oktober 2018

Tatort Lübeck?

Als Tatortschauer ist mir sofort eingeschossen, dass Jobst Schlennstedts Krimi "Traveblut" locker die Vorlage für den Tatort Lübeck geben würde - den es nicht gibt im ARD - den es aber mal gab, wie man nachlesen kann (zwei Folgen, 1981). Dieses Buch hat alle Zutaten: einen Mörder mit dunkler Vergangenheit und Opfern, die auch nicht ganz unschuldig sind. Einen Kommissar, der einen ordentlichen Rucksack an eigenen Problemen mitschleppt. Seine netten Kollegen und Kolleginnen, der Chef und so weiter. Dazu natürlich eine Portion Lokalcolorit. Insgesamt ein rasches Lesevergnügen, dem es aber an Tiefgang fehlt. Vielleicht wäre er beim Fernsehen besser aufgehoben, und man hebt den Tatort Lübeck aus der Taufe mit Aktionsradius Schleswig Holstein.

Jobst Schlennstedt: Traveblut

Montag, 9. Oktober 2017

Der Tatort-Kommissar ist ein Kommissar ist kein Kommissar ist ...

Es gibt im deutschen Sprachraum eine umfangreiche Tatort-Fangemeinde. Spielt man lange Jahre einen Kommissar, kann das Folgen haben, die je Perspektive positiv oder negativ ausfallen. Nämlich: der Schauspieler verwächst mit der Rolle und verliert sogar seinen echten Namen. Leitmayr und Batic kennt jeder, aber wer kennt schon den Wachtveitl und den Nemec? Aber die guten Seiten sind die, wo der Nemec sein Gewicht als Batic in die Waagschale wirft und einen Roman verfaßt, wo er sichselbst, den Schauspieler Nemec spielt, den alle als Batic kennen. Und das ist dann auch schon so ziemlich alles, was "Die Toten von der Falkneralm" von handelsüblichen Landkrimis unterscheidet. Ist aber schon ausreichend für den Unterhaltungswert EINER Geschichte, allerdings, am Buchcover prang "mein erster Fall" herab. Bei der Fortsetzung muss definitiv mehr Story her, weil das Setting "Tatortschauspieler ganz privat" braucht sich ab.

Miroslav Nemec: Die Toten von der Falkneralm.