Blanche und Marie haben beide einiges mitgemacht. Und sie haben einander. Ihr Problem ist nicht, dass sie Frauen sind, ihr Problem ist, dass sie Frauen zur falschen Zeit sind. So radikal das fine de ciecle war, so rückständig war man dennoch (also mehr noch als heute). Als rauskommt, dass Marie ein Panscherl mit einem Familienvater hat, kommt das ihrer gesellschaftlichen Beerdigung gleich. Da hilft nicht mal der Nobelpreis. Umgekehrt, hätte ein WissenschafER etwas mit einer verheirateten Frau, wäre das gar kein Problem, vielmehr part of the game. Blanche geht es auch nicht viel besser, bevor sie in Teile zerfällt, wird sie weiterhin als Anschauungsobjekt der Salpetriere angesehen.
Per Olav Enquist. Das Buch von Blanche und Marie. Sz-Bibl.Bd.75