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Mittwoch, 22. Juli 2020

Jeder Irving ist der vierte

Ich habe schon länger nichts von John Irving gelesen und jetzt zu "Die vierte Hand" gegriffen. Schon nach ein paar Seiten war ich wieder in eine der skurrilen Welten von Irving eingetaucht. Er verkauft sehr geschickt mit diesen, teils absurden Charaktären und ihren Geschichten, die auch noch "zufällig" zusammentreffen tiefgreifende Themen. Trennungsschmerz etwa, der auf vielfältige Art erlebt werden kann, körperlich, wenn einem jemand die Hand abbeißt. Aber auch seelisch, durch Verlust, Trennung, räumliche Distanz mit Unsicherheit. Wenn dann die Trennung überkommen wird, dann auf Irving'sche Art. Die dritte Hand, die vierte Hand. Am Ende zieht sich all das ein wenig hin und die Läuterung von Wallingford braucht Zeit und Seiten. Insgesamt ein heiteres, gut geschriebenes Lesevergnügen.

John Irving: Die vierte Hand.

Montag, 5. September 2016

Großer Zirkus

Wie stets holt Irving weit aus. Immerhin gibt es nur eine Hauptperson, Dr.Durawalla nämlich. Aber ansonsten sind wieder etliche weitere da, denen nicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Aber genau das mag ich ja an diesen Geschichten. Auch bei den Themen wird einiges aufgerissen in "A son of the circus", Identitäten, Realität im Wechselspiel mit Fiktionalem, Transgender, Glaube und natürlich der Zirkus. Im Laufe der über achthundert Seiten freundet man sich mit den Gestalten so an, daß einem der Abschied dann fast schon schwer fällt. Da stört auch Durawallas ständiges Geschrei nicht mehr. Auch nicht, daß Handlungsteile mal wieder abreißen und dann - ups, das ist ja auch noch da - wieder aufgegriffen werden. The world according to John I.

John Irving: A son of the circus.