Posts mit dem Label Krimi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Krimi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 15. September 2025

Mia megn de Weana ned

Worum geht es in Herbert Dutzers Erstwerk "Letzter Kirtag" eigentlich? Dass man die Auswärtigen nicht mag obwohl sie sich ja brav integrieren und eine Lederhose oder ein Dirndl tragen, oder ist es eben deshalb, weil sie es tragen (und zu wenig verkörpern)? Wobei, die billige Kopie des urtümlich Heimatlichen alleine ist es ja nicht. Weil der Wiener kommt ja meist daher mit viel Kohle und kauft sich ein, wo es nur geht. Und die, die im Buch dran glauben mussten, wollten sich ja auch frisches, einheimisches Blut unter den Nagel reißen, also eher auf-reißen. Und das geht halt nicht.
Und was vom Gasperlmaier zu halten? Vielleicht hätte man sich den tollpatschigen, aber andererseits auch mit genialen Momenten gesegneten Ermittler erhofft. Aber letzteres fehlt. Er nimmt ein Fettnäpfchen nach dem anderen, fast schon zu heftig.
Fazit: eine weitere Krimireihe, die hauptsächlich durch ihr Lokalkolorit zu punkten versucht.

Sonntag, 7. April 2024

Criminale a Roma

 Drei Bücher aus der Feder von Giancarlo De Cataldo (zwei davon mit seinem Spezl Carlo Bonini) bringen italienisches, nein römisches Flair in den Lesealltag. Dabei ist mir Suburra nur des Titels wegen aufgefallen. Da gab es eine Netflix Serie. Aber ehrlich, die Serie hat verdammt wenig mit dem Roman zu tun. Neben dem Italienischen mag ich auch die Tatsache, dass es hier hundert verschiedene Stufen von Grau gibt, aber sicher kein Schwarz und kein Weiß. Hier ist niemand ein lupenrein "Guter" und niemand ein lupenrein "Schlechter". Wie im echten Leben halt. Manchmal ist man vielleicht in der Gefahr, den Überblick zu verlieren, weil die Anzahl der Charaktäre hoch geht. Aber jedenfalls mein Geschmack.

Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini: Suburra
Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
Giancarlo de Cataldo: Romanzo Criminale

Sonntag, 2. Mai 2021

Durch mit dem Brenner

 Über Wolf Haas und insbesondere seine Brenner Romane habe ich hier schon viel Positives geschrieben. Nun ist mir auch der letzte noch fehlende in die Hände gefallen. In Schillingzeiten erschienen, aber immer noch wirklich gut: Silentium. Das ist Haas, das ist Brenner in Bestform. Da ist der Erzähler, das ist Brenner, mit seinen endlosen Gedankenumwegen um obskure Details, nur damit dann die Handlung in einer Zeile massiv fortschreitet, nachdem man über diese Details ausgiebig gesprochen hat. Aber interessant: Die Handlung tritt sowieso irgendwie auf ein Nebengleis, und das Nebenbei wird das Hauptdings. Du musst wissen, Krimis schreibt heute schon jeder. Aber so schön die Nebenschauplätze, da brauchen wir den Brenner. Bis zum nächsten Band schweigen wir jetzt aber: Silentium!

Sonntag, 26. Juli 2020

Ausgewogen, nicht ausufernd

Die Idee, einen Krimi in eine bestimmte Lokation und Zeit zu versetzen, ist nichts Neues. Dass man ein sehr kleines Zeitfenster in einer dunklen Zeit wählt, macht die "Spielregeln" klarer und spannender. Aber wenn dann ein spezieller Kunstgriff (der nicht nur Isaak überraschte) gewählt wird, womit zwei Handlungsströme verschmelzen, kann das schon sehr fesselnd werden. Ausgewogen ist das Buch auch noch, denn mit keinem Aspekt wird länger herumgeritten, als es dem Gefühl des Lesers, der Leserin gut tut. (Manche Autoren sind so stolz auf ihre Idee, dass sie sie überstrapazieren. Das ist hier nicht der Fall.) Auch schwingt ein wenig von "Die Feder besiegt das Schwert" mit, wenn viele Zitate aus der Literatur Isaak einfallen und ihm weiterhelfen. Schöne Unterhaltungsliteratur.

Alex Beer: Unter Wölfen.

Mittwoch, 8. April 2020

Was leichtes auf´d Nacht

Also habe ich mir aus der Bücherei noch einen Nikowitz mitgenommen, den zweiten, Nachtmahl. Beim Lesen keimte rasch der Verdacht auf, dieser Autor könnte ein Journalist sein. (Darüber habe ich schon mehrfach geschrieben) Die hohe Dichte an Schmäh, Wortwitz, atemlos viel, und teils eh wirklich nicht schlecht, und massentauglich, das riecht nach Journalist auf Abstecher ins Schriftstellermillieu.
Insgesamt leichte und unterhaltsame Kost, gerade recht wenn man in Corona-starre befindlich Zeit für sowas hat.

Rainer Nikowitz: Nachtmahl.

Mittwoch, 18. September 2019

Der Kommissär hat´s schwer

Also einige Autor_Innen und Drehbuchschreiber_Innen gehen ja hart mit ihren Kommissaren um. Harry Hole muss bei Nesbo aber schon besonders viel leiden. Das Buch ist jetzt auch schon wieder fast 15 Jahre alt, und irgendwie merkt man das. Diese Art von Stories wurden deutlich weitergetrieben, übertrieben, heute muss es schon allerärgst und allerlokalkolirisiert hergehen, dass noch ein abgebrühter Krimileser hinter dem Ofen hervorkommt. Nesbo hat natürlich Lokalkolirit in Norwegen, obwohl mir beispielsweise die Beschreibung einer anderen skandinavischen Hauptstadt in Fräulein Smillas Gespür für Schnee weit besser gefallen hat.

Jo Nesbo: Das fünfte Zeichen.

Montag, 25. Februar 2019

Der mörderische Kreisverkehr

Die Fortsetzung mit Blum, das Totenhaus (von Aichner), beginnt halsbrecherisch, verliert dann zwischendurch etwas an Fahrt. Die Hotelstory dreht sich im Kreis, aber wenn dieser Kreisverkehr verlassen, dann wartet noch ein Schluss mit einer Wendung nach der anderen. Natürlich bleibt der Schluss offen, sodass der Leser bei Totenrausch weiter machen soll. Obwohl ich kein Serienjunkie bin, wäre schon interessant, wie sich das zu einem Happy End ausarbeiten soll, jetzt, wo die Bullen ihre Grabarbeiten aufgenommen haben.

Bernhard Aichner: Totenhaus.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Tatort Lübeck?

Als Tatortschauer ist mir sofort eingeschossen, dass Jobst Schlennstedts Krimi "Traveblut" locker die Vorlage für den Tatort Lübeck geben würde - den es nicht gibt im ARD - den es aber mal gab, wie man nachlesen kann (zwei Folgen, 1981). Dieses Buch hat alle Zutaten: einen Mörder mit dunkler Vergangenheit und Opfern, die auch nicht ganz unschuldig sind. Einen Kommissar, der einen ordentlichen Rucksack an eigenen Problemen mitschleppt. Seine netten Kollegen und Kolleginnen, der Chef und so weiter. Dazu natürlich eine Portion Lokalcolorit. Insgesamt ein rasches Lesevergnügen, dem es aber an Tiefgang fehlt. Vielleicht wäre er beim Fernsehen besser aufgehoben, und man hebt den Tatort Lübeck aus der Taufe mit Aktionsradius Schleswig Holstein.

Jobst Schlennstedt: Traveblut

Montag, 13. August 2018

Doppelt verrückt hält besser

Hier wird zweigleisig gefahren, aber wie! Zum einen haben wir eine bereits aus dem Normalen herausgehende Situation, die aber in der aktuellen Literatur nicht unbeliebt sein dürfte (hier), nämlich ein Mann der seine (jüngere) Frau gezielt Fremden preisgibt, zum anderen hat Arianne noch weitere, noch verrücktere Geheimnisse. Außerdem wird in zwei Richtungen erzählt, vorwärts und rückwärts bzw. aus dem Rückspiegel kommend. Das baut mehrfach Spannung auf. Das Erzähltempo, mitreißend, und der Umfang macht es zu einem Buch, das man in einem Zug zu sich nehmen sollte. Man will ja den armen Mario nicht noch länger warten lassen, in dem man nicht weiterliest...

Andrea Camilleri: Mein ein und alles.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Alles aus der Schweiz: diesmal der Krimi

Uhrwerk, Käse, Messer, Nummernkonto, Hustenzuckerl: worin liegt das Schweizerische? Friedrich Dürrenmatt als die schweizer Literatur lasse ich gelten. Obwohl das Werk auch schöne beschreibende Elemente hat, auch ein wenig Aktion, sind es doch die Dialoge, die ich hier als erstes kaufen würde. Und die harte Vehemenz, mit der der Leser auf wesentliche Momente gestoßen wird. Wie ich nachlas, ist das Werk als Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitung erschienen, und da waren das vermutlich die gut gesetzten Cliffhanger. Die Völlerei am Schluss, das Finale, Bärlach und Tschanz, brilliant, atemberaubend. Nicht umsonst ein Klassiker. Schweiz eben.

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker.


Montag, 9. Oktober 2017

Der Tatort-Kommissar ist ein Kommissar ist kein Kommissar ist ...

Es gibt im deutschen Sprachraum eine umfangreiche Tatort-Fangemeinde. Spielt man lange Jahre einen Kommissar, kann das Folgen haben, die je Perspektive positiv oder negativ ausfallen. Nämlich: der Schauspieler verwächst mit der Rolle und verliert sogar seinen echten Namen. Leitmayr und Batic kennt jeder, aber wer kennt schon den Wachtveitl und den Nemec? Aber die guten Seiten sind die, wo der Nemec sein Gewicht als Batic in die Waagschale wirft und einen Roman verfaßt, wo er sichselbst, den Schauspieler Nemec spielt, den alle als Batic kennen. Und das ist dann auch schon so ziemlich alles, was "Die Toten von der Falkneralm" von handelsüblichen Landkrimis unterscheidet. Ist aber schon ausreichend für den Unterhaltungswert EINER Geschichte, allerdings, am Buchcover prang "mein erster Fall" herab. Bei der Fortsetzung muss definitiv mehr Story her, weil das Setting "Tatortschauspieler ganz privat" braucht sich ab.

Miroslav Nemec: Die Toten von der Falkneralm.

Samstag, 5. August 2017

Der Dritte (ist der zweite) Mann

Die Ideen in Beckett´s Voyeur sind nicht mal so übel. Erstens geht all der Ärger von einem Kunstwerk aus, und es soll ein Kunstwerk in realiter werden. Das ist sicher selten, dass jemand derart besessen ist von einer Vorstellung und diesen Aufwand treibt. Zweitens ist die Idee, ein Paar durch einen Dritten auseinanderbringen zu wollen, weil dieser nicht "gut genug" ist für die tolle Anna, verrückt genug, um gut zu sein. Aber dann kommt die Ablenkung im Mittelteil, der Mord, und die Grundidee gerät in Vergessenheit. Weil als Tatortseher fragst Du Dich: kommen die drauf. Etwas Füllmaterial später (Autounfall und Folgen) wird´s aber nochmal spannend. Das Ende ist dann abrupt, disqualifiziert die Frau zu einem Objekt mit rascher Entwertbarkeit (nicht so, wie die Bilder!), und die Bösen kommen davon. Sprich, gute Ideen, aber teilweise einfallslos. Kinstern bringt vielleicht noch die Überlegung, Anna und Zeppo "davor" zu belauschen, den Tipping Point zu spüren. Die explizite Beschreibung ist dann Standardrepatoire.

Simon Beckett: Voyeur.

Montag, 5. Dezember 2016

Alte Kurtologen

Habe ich Euch schon gebeichtet, daß ich in meiner Spätjugend ein Kurtologe war? Für die, die es nicht wissen: ein Kurtologe beschäftigt sich eingehend mit dem Wirken und Schaffen von Kurt Ostbahn und Chefpartie und dann eben Kombo. Im Zuge der Ausübung der K. habe ich selbstverständlich auch die Bücher erworben, die Ostbahnerfinder Brödl verfaßt hat. Das sind handelsübliche österreichische Krimis mit zwei Besonderheiten: erstens Wiener Dialekt und zweitens ist Kurt Ostbahn Hauptdarsteller und ich-Erzähler. Selbst wenn man das wegdividiert, bliebe noch ein durchschnittliches Werk übrig. Jetzt aber, ist es gescheit, das Buch nach zwanzig Jahren just dann wieder in die Hand zu nehmen, wenn man gerade ein Meisterwerk von Haas'schem Zuschnitt intus hat? Am Anfang wirst du sagen, schlechte Idee. Weil die Sätze wirken sperrig, sodaß Du einzelne Wörter im Geiste streichst. Weil wer braucht einen Satz wie:
"Vier Tage lang war der Wickerl dann jedenfalls nicht ansprechbar, war abwechselnd fett, drauf und drüber, und dann plötzlich, am vorletzten Wochenende, hatte er die Erleuchtung."

Wenn´s so auch geht:

"Jetzt war der Wickerl vier Tage fett, nicht ansprechbar. Dann plötzlich Erleuchtung. Ja was glaubst Du."

Die Weisheit vom Doktor ist nett, aber sie löst sich, keinesfalls vergleichbar mit der Brenner'schen, stetig in Alkohol auf. Überhaupt wird in Blutrausch gesoffen, Rauschrausch träfe es besser. Andererseits, Österreich, ist einmal so.

Die Ostbahn Bücher, von denen es auch einen Film gibt, waren eine willkommene Bereicherung für Kurtologen, die heute auch schon allesamt alt sind, dem Idol quasi ins Alter gefolgt. Mich würde nur interessieren, ob es so richtig eingefleischte Kurtologen heute überhaupt noch gibt. Und was die heutigen "Kurtologen" für ein Idol haben? Antwort erbeten!

Freitag, 3. Juni 2016

Laotisch chaotisch mit Prise Schmäh

Krimis gibt es wie Sand am Meer. Unsere Bibliothek ist halb voll damit, und es quillt und quillt und quillt. Es gibt anscheinend mehrere Zugänge für einen Krimi. Beliebt sind Serien mit vertrauten Gesichtern und neuen. Dann welche mit Lokalkolorit auf österreichisch zum Beispiel. Dann die politischen, die brutalen, die modernen. Die Idee von Cotterill, seinen Helden ins kommunistische Laos von 1976 zu versetzen ist schon mal gut. Daß er dann noch mit über siebzig eine neue Stelle als Pathologe annimmt - fein. Auch die Story ist gut gemacht - bis es dann ab in den Dschungel geht und die übersinnlichen Sachen ins Spiel kommen. Und dann gibt es auch noch (zu) viele "Wohlfühlmomente". Auch der Parallellauf von zwei Verbrechen ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber zumindest kann man nicht sagen, das Buch wäre schmähentleert. Aber ich bin kein Serienfan, also werde ich die bunten Buchrücken mit dem gebückten Siri im Regal lassen.


Collin Cotterill: Dr.Siri und seine Toten.

Donnerstag, 19. November 2015

Speed Kills

Anfangs war ihm das Tempo zu hoch. Von oben. Ein Leser, ein Bleistift. Er und das Buch. Wörter wie Stakkato, wie mit der Singer im Zickzackstich. Aber dann ist es spannend. Atemberaubend. Und das Tempo paßt zur Spannung. Fotograph, Jäger, Koch, Priester Clown. Alle gehen sie hops. Notfalls mit den Waffen einer Frau. Blum und Massimo. Blum der Racheengel. Blum und Aichner. Ein Schnelllesebuch jedenfalls. Eines, daß sich Lesen brennt, aber nicht unbedingt einbrennt. Dafür sind keine eindeutigen Bilder da. Auch die blutroten Seitenzahlen verbrauchen ihre Wirkung auf 444 Seiten. Dass der Aichner trotzdem erfolgreich ist, er paßt in die heutige Zeit. Schnell und hart.

(Möchte aber nicht ausschließen, wiedermal zu einem Buch von ihm zu greifen. So ein Quickie ab und an.)

Bernhard Aichner: Totenfrau.

Sonntag, 23. August 2015

Der korrekte ORF2 Sommer-Unterhaltungskrimi in Buchform

Wenn man alles richtig macht, und das gleich beim ersten Anlauf, ist es schon toll. Aber zu richtig ist dann anscheinend auch wieder falsch. In unserer Bücherei steht ein netter Stapel Georg-Haderer-Krimis, da nimmt man den (zeitlich) ersten zur Hand. Liest sich gut, ist einigermaßen Spannend mit allen Elementen, die man sich erwartet, ein bißchen Überrachungseffekt, ein Polizist, der nicht ganz rund läuft, Lokalkolorit. Am Ende angelangt, war mein erster Gedanke: aha, ein ORF2 Sommerkrimi von Donnerstagabend zwanziguhrfünfzehn. Mit den üblichen Schauspielergesichtern, Panorama von Kitzbühel - völlig unaufgeregt und entspannend. Das ist sicher gut so, mich lockt es aber nicht aus der Reserve bzw. zum Buchregal um den zweiten Teil. Ich vermisse Wagemut und Spontanität, oder vielleicht sprachlich mehr Risikobereitschaft. Andererseits: bei Level 1 will man durchkommen, auch wenn es nur mittelmäßig ist. Durchgekommen ist er, der Haderer - siehe Bücherei.

Georg Haderer: Schäfers Qualen.

Dienstag, 30. September 2014

Rumba ohne Zicken

Sofort ins Auge gesprungen ist mir bei dieser Rumba, daß der Hauptdarsteller keine, sagen wir: praktisch keine Zicken macht. Die Bekanntschaft von weiß ich wie vielen Kommisaren haben wir schon gemacht, und die meisten hatten auch ohne Fall genug mit sich selbst zu tun, genug Probleme am Hals. Man mußte ja schon froh sein, wenn sie nur Säufer waren, mit der Klientel ins Bett gingen, ein paar Drogen nahmen, das Gesetzt hie und da dehnten und die Vorschriften für Vorschläge hielten. Denn die Ärgeren haben parallel agiert, waren Kriminelle und Kieberer zugleich. Marc Vanhagen zankt sich ein wenig mit seinem ungeliebten Kollegen rum, aber das war´s schon. Sonst ist er nur Ermittler und Familienmensch.

Trotzdem oder vielleicht deswegen ist der Thriller von Harald Friesenhahn lesenswert. Er schmückt auch keine Szenen unnötig aus oder führt seitenlange innere Dialoge, auch die Sprache macht sich nicht wichtig. Diese Geschichte ist einfach geschickt angelegt und wird durch das Tempo getragen. Durch zwei Handlungsströme, einer in einer bekannten Region, Wiesen (kein Erdbeermord!) und Umgebung, und ein Thermenort namens Erlachberg (nicht schwer zu erraten), der andere im Kongo. Es dauert lange, bis die beiden Handlungen zueinander finden. Aber die abwechselnde Erzählform mit scharfen Cuts hält die Spannung aufrecht: was hat der Wiesen-Mord mit dem Kongo zu tun?

Bleibt zu sagen: Trocken, aber gut!

Harald Friesenhahn: Rumba Congolaise.

Dienstag, 10. Juni 2014

Der die Austrizismen restauriert

Nun habe ich mich also über einen der - ich sage mal so - neuen Österreichischen Krimis drüber getraut. Es gibt einen Ermittler, diesmal kein Kommissar, sondern ein Restaurator. Sprachlich gewandt und mit vielen Wortwitzen, die gegenüber der Handlung bei mir fast die Oberhand gewinnen, gepaart nämlich mit zahllosen Austrizismen, folgen wir dem Metzger bei seinen Ermittlungen, Höhen und Tiefen. Die Abgründe sind noch überschaubar, jene, die offengelegt werden, sodaß sie nicht zum Selbstzweck werden. Obgleich schon die Exposition des Metzgers ein unterhaltsamer Teil war, der in den Folgebüchern nicht mehr vorkommt (man kennt ihn ja schon wie einen alten Haberer), verlockt doch Sprachgebrauch und Schmäh ein Weiterführen der Lektüre.

Thomas Raab: Der Metzger muss nachsitzen.