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Sonntag, 25. August 2024

Der Ryhthums, wo ich mit muss

 Offenbar, wenn ein Buch einen guten Rhythmus hat, dann muss ich mit. Rhythmus, ein Zeitmaß, kann sich auf alles mögliche in einem Buch beziehen. Zum Beispiel auf die Kapitel, die zu Beginn immer mit einem Tag zusammenfallen - und die Tage von Toru Okada sind zu Beginn einer wie der andere. Womöglich hat auch der Satzbau eine gute Passung, sodass man gerne liest. Es wird ja gewaltig abgeschweift, späterhin. Das Übersinnliche, wo ich sonst nicht so der Fan bin, passt hier auch gut dazu. Vielleicht sollte man sich ab und an in einen (ausgetrockneten) Brunnen setzen und warten. Außerdem macht das Buch Lust, Japan bzw. dessen Geschichte im 20.Jahrhundert, besser kennenzulernen.

Haruki Murakami: Die Chroniken des Aufziehvogels

Sonntag, 5. März 2023

Ein Fieber, das auch vergeht

Tokyo Fever ist 2009 raugekommen, da musste ich direkt nachsehen, ob das vor oder nach dem Erscheinen von 50 shades war. Nicht dass es in Tokyo so viel Bestrafung gibt, aber das Genre hat durch die 50 shades sicher eine Veränderung erlebt. Die Story selbst ist wie immer der Realität enthoben in den Galmour Bereich, Superstars, Geld, Lamborghini, wundervolle Körper, Jugend, Schönheit. Die Beschreibungen werden schon gut explizit, und die Dreiermischung geht schon etwas weiter.

Dennoch hält es beispielsweise mit "365 Tage" nicht mit, obwohl dort auch Glamour ohne Ende da ist.

Montag, 28. März 2011

Hartgesotten?

Nach alledem: ist man hartgesotten? Ich nicht. Ich muß sagen. Die gegenwärtigen Geschehnisse in der Welt nehmen mich sehr mit. Obhinschon Bewohner eines Eilandes, deren Behauser nachgesagt wird, sie seien Selige, ist die Empathie für die Ereignisse in Japan und Libyen nicht einfach zu ertragen. Man hört die Nachrichten, stündlich, täglich, und nie wird etwas besser. Leute werden geopfert, verrecken, zählen nicht, sind Nummern. Daneben lese ich ein Buch, das, zu einer Zeit noch vor dem ersten A-Bombenabwurf (der auch dieselbe Insel traf; schlägt der Blitz wirklich zwei Mal ein?) entstanden, noch viel mehr Grausamkeiten enthält: und trotzdem verzweifelt man daran zu glauben, irgendjemand wäre gescheiter geworden. Im Endeffekt: nein. Und so sitze ich vor dem Radiogerät, blättere in der Zeitung, aber auch diverse, pikante Schmankerl (Strasser, Petzner) können nur kurz hinwegtäuschen. Ausblenden und Vergessen: beides schwerer, als gedacht.