Es liest sich aus heutiger Sicht einigermaßen unspektakulär. Trotzdem lohnt der Rückgriff auf die Urversion des Dracula von Bram Stoker. Hier werden Leitlinien eingeführt, die sich im Vampirkult durch zig Filme und Bücher gehalten haben, die bekanntesten, etwa Sonnenlicht und Knoblauch, die dem fledermausartigen Wesen schaden, Blut als Nahrung, das Kreuz, das Pfählen, den Sarg als Tagesschlafstätte. Aber auch weniger bekannte, beispielsweise die Möglichkeit, Wasser zu überschreiten oder die Unmöglichkeit dessen. Oder die "Fernsteuerung" von anderen Tieren, Wölfen etwa. Ansonsten würde man vom Plot des Buches einen "milden" Actionfilm sehen mit der Verfolgungsjadt per Pferd und Schiff am Ende. Auch das Zusammenschließen einer Gruppe von "Helden" und die wissenschaftliche Herangehensweise an übersinnliche Phänomene kann als Blaupause für viel, viel Popularkultur gesehen werden. Somit: unspektakulär das Werk für sich, aber spektakulär als Vorlage für das zwanzigste Jahrhundert (und folgende).
Bram Stoker: Dracula.
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Montag, 24. Juli 2017
Freitag, 26. September 2014
Was für ein Idiot!
Mit dem geschriebenen Wort kann man den Tonfall nicht mitliefern, der hinter "Was für ein Idiot!" stecken kann. Dies kann verächtlich gesagt sein, oder mit Begeisterung. Letzteres dann, wenn man ihn einfach liebt, den guten, netten Idioten, nennen wir ihn Ljow Nikolajewitsch Myschkin. Er ist einfach keine Konkurrenz für das Establishment der Oberschicht und all jener, die sich dazu wähnen. Ihn hat man gerne zum Freund: niedlich, naiv, nervtötend manchmal, entwaffnend ehrlich. Gerade in letzterem liegt aber dann doch eine Bedrohung: die Wahrheit. Etwas, das keiner hören möchte. Heute wie vor 150 Jahren nicht anders. Aber Unterhaltungswert hat er, und darum hält man ihn sich nah. Des Standes übertrüssige junge Damen finden Gefallen an ihm. Aber auch die vermeintlich böse Natasja benutzt ihn als Spielball im Doppel mit Rogoschin. Und da soll man nicht verrückt werden!
Aber wie rät uns der Autor: vielleicht sind manche Figuren in Roman etwas übertrieben, aber in verdünnter Form werden wir ihrer durchaus gegenwärtig. Und welchen Narren halten Sie sich in ihrem Freundeskreis?
Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Der Idiot.
Aber wie rät uns der Autor: vielleicht sind manche Figuren in Roman etwas übertrieben, aber in verdünnter Form werden wir ihrer durchaus gegenwärtig. Und welchen Narren halten Sie sich in ihrem Freundeskreis?
Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Der Idiot.
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