Sonntag, 19. Mai 2024

Wann ist das Fremde nicht mehr Fremd

 Wenn ich "Das schöne Ausländerkind" (von Toxische Pommes) lese, dann denke ich mir, dass dieses Buch um 20 Jahre zu spät da ist. Weil echt jetzt, die Leute vom Balkan sind mittlerweile das, was die "Ziegelböhmen" schon vor 100 Jahren waren, nämlich Teil der Identität Österreichs. Würde man die Schnapsidee der Leitkultur, die gerade als einer von vielen Wahlkampfschmähs verwurstet wird, annehmen, dann gehören diese Leute definitiv hinein. Vermutlich ist diese Tatsache auch ein Teil dessen, warum man das Buch als gelernter Österreicher wehmütig liest. Lächerlich, denkt man sich heute. Und an die innere Zerrissenheit der Menschen (Toxis Vater) denkt man ja garnicht - außer man ist selbst in ein anderes Umfeld. Ich denke, die ÖVP Leitkultur ist heutzutage wohl eher eine Minderheitsform, die aber breit dasteht, weil da genau die Erbengeneration hineinfällt. Viele Häuser werden auf immer weniger Erben aufgeteilt. Und die machen sich wichtig, ohne zu sehen, dass die Realität sie längst überholt hat. Ein wertvolles Buch, das unaufgeregt und ohne zu werten zeigt, dass Migration für die Migranten kein Spaß ist.

Toxische Pommes: Ein schönes Ausländerkind.

Sonntag, 5. Mai 2024

Mafia: gut, aber aus

Nach dem, was ich bisher von De Cataldo gelesen hatte, war "Alba Nera" eigentlich nur eines von zahllosen Werken, ein bisschen Simon Beckett, ein bisschen Polizistengenre. Die Mafia-geschichten gibt´s offenbar derzeit leider nicht von ihm.

Giancarlo De Cataldo: Alba Nera

Sonntag, 7. April 2024

Criminale a Roma

 Drei Bücher aus der Feder von Giancarlo De Cataldo (zwei davon mit seinem Spezl Carlo Bonini) bringen italienisches, nein römisches Flair in den Lesealltag. Dabei ist mir Suburra nur des Titels wegen aufgefallen. Da gab es eine Netflix Serie. Aber ehrlich, die Serie hat verdammt wenig mit dem Roman zu tun. Neben dem Italienischen mag ich auch die Tatsache, dass es hier hundert verschiedene Stufen von Grau gibt, aber sicher kein Schwarz und kein Weiß. Hier ist niemand ein lupenrein "Guter" und niemand ein lupenrein "Schlechter". Wie im echten Leben halt. Manchmal ist man vielleicht in der Gefahr, den Überblick zu verlieren, weil die Anzahl der Charaktäre hoch geht. Aber jedenfalls mein Geschmack.

Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini: Suburra
Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
Giancarlo de Cataldo: Romanzo Criminale

Dienstag, 6. Februar 2024

Liste erotischer Bücher

 Diese Liste wird bei Bedarf ergänzt. Die Auswahl stellt keinen Anspruch auf irgendwas (Vollständigkeit, Repräsentativität, guter Geschmack)

Weitere Buchtipps dazu? -> in die Kommentare

Jennifer Probst: Playing with fire. Verbotene Gefühle

Leseprobe: Schwer antmend blicketen sie einander an. Hitze pulsierte zwischen Alexas Beinen wie Lava, verborgen von dem schlichten roten Slip, den sie vor dem Ausgehen ohne jeden Hintergedanken übergestreift hatte. Jetzt richtete Nick seinen Blick genau dorthin, betracvhtete noch immer schweigend die Stelle zwischen ihren Schnkeln, während er mit dem Daumen langsam an ihrem Slip entlangfuhr. (191)

Anne-Marie Villefranche: Die Purpurrose

Leseprobe:Er will also beweisen, dass er im Bett besser ist also du – sagte Babette. – Aber damit wird er seine Geliebte nicht zurückgewinnen – Frauen verlieben sich nämlich nicht in den Mann, der den größten Penis hat oder es ihr am häufigsten besorgen kann. Sie wollen Zuneigung spüren und ihren Spaß haben, nicht nur einen guten Liebhaber. (37)
 
 

Kresly Cole: Gamemaker. Spiel des Verlangens. (2014)

Leseprobe: Ich erhob mich und ging auf den Knien zur Bettkante; dabei genoss ich es, wie seine Augen unter den zusammengezogenen Brauen jeder Bewegung meiner Brüste folgten. - Ich will aber, dass es wieder passiert. Und für gewöhnlich bekomme ich, was ich will. Wenn du nicht stark genug bist, mir zu widerstehen, dann ist das dein Problem. (93)

Link in diesem Blog


Benoite Groult: Salz auf unserer Haut. (1988)

Leseprobe: Ohne uns anzusehen, in respektvollem Abstand, legten wir unsere Kleider ab. Noch nie hatte ich mich vor einem Jungen nackt ausgezogen, aber es tat mir leid , daß Gauvain nicht wenigstens einen Blick nach mir warf. Ich wähnte mich schön im Mondschein und weniger nackt als in einem Zimmer im harten Licht einer Glühbirne. Sowohl um meine Vorderseite zu verbergen, als auch,um zu verhindern, dass ich seine Vorderseite sehen mußte, stürzte ich mich als erste ins Meer, und zwar auf der Ostseite, aus Freude daran, diesen allzu glatten Spiegel aufzubrechen.  (21)
 

Blanka Lipinska: 365 Tage, 365 Tage. Dieser Tag. 365 Tage mehr (2018, 2020, 2021)

Leseproben:Ich bin angespannt, aufgeregt und würde am liebsten hierbleiben. (…) Ich überlegte einen Moment lang, ob mir immer noch schlecht war, oder ob es mir schon viel besser ging, und kam zu dem Ergebnis, dass ein bisschen Sex tatsächlich Wunder wirken und mich komplett entspannen würde.  (…) Kurze Zeit später fuhr ich entspannt und viel ruhiger zum Friseur.
 
Massimo liebte Sex, und jeder Teil seines Körpers lechzte danach. Er war ein uersättlicher und perfekter Liebhaber. Am meisten gefiel mir, dass er nicht nur nahm, sondern auch gab. Er gab mir das Gefühl, ich sei die Beste im Bett, sass ich ihn verrückt mache und dass jede meiner Bewegungen perfekt sei, genau wie alles an mir. Ich wusste nicht, ob das so stimmte oder ob es Einbildung war, aber mit ihm fühlte ich mich wie ein Pornosuperstar. Ich hatte keine Hemmungen oder Grenzen, er konnte alles tun, was er wollte, und ich kriegte nie genug.
 
Du beeindruckst mich – spottete er. Welche andere Frau weiß, was PS sind? – Ja, ja, mach dich nur über mich lustig – knurrte ich. - Du hast gut reden. Immerhin hast du meinen großen Traum zwischen den Beinen, alles, was ich je gewollte habe. – Ist das so, du willst mich also, mit Haut und Haar? – Da erst wurde mir klar, was ich gerade gesagt hatte, und ich fühlte einen Stich im Unterbauch.
 
 
 

John Updike: Landleben (2004)

Leseprobe: Kurz, Kopulation ist ein so mächtiges und mit höchster Priorität bedachtes Ereignis, dass wir nicht nur aus dem eigenen Geschlechtsverkehr Lust beziehen, sondern auch aus dem anderer - selbst aus dem einer Tochter oder einer Ehefrau, die von uns wegstrebt in die sexuelle Raserei. In ihrer distanzierten Schönheit war Phyllis eine Frucht, deren Stiel schwächer war, als es den Anschein hatte; sie fiel Owen zu seiner Bestürzung eher zu und ihr Widerstand war geringer, als er erwartet oder, auf einer tieferen Bewusstseinsebene, gehofft hatte. (141)