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Sonntag, 28. Juli 2024

Der Babelfisch, ein Handtuch und die Zahl 42

Es ist schon ein schräges, kurzweiliges Buch. Man möchte gerne das Zeug haben, das Adams geraucht oder eingeworfen hat, als er das entworfen hat. Kuriositäten, Skurrilitäten, ständige Twists, lockere Sprüche halten den Reiseführer am Kochen. Wir lernen zudem über Unwahrscheinlichkeit, und wie man damit ganz rasch sogar zugleich in A und B ist. Wirklich ein must read.

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

Donnerstag, 14. Juli 2022

Those who controls the data, controls the universe

 Auf den siebenhundert Seiten von Frank Herberts "Dune" findet man in den vielen Schichten so ziemlich alles, was man suchen könnte. Da das Buch schon fünfzig Jahre auf dem Buckel und in der vordigitalen Zeit entstanden ist, schauen wir doch die Fiktion an, die uns dort vorgesetzt wird. Zum einen vermisst man die Technik, die unser heutiges Leben regiert. Computer wurden in einer Art Maschinensturm gleichsam gelöscht. Anstelle ihrer gibt es Mentaten, lebende Computer. Religion spielt eine große Rolle, wobei auch der instrumentalisierende Charakter wiedergegeben wird. Gleichzeitig gibt es mittelalterliche Strukturen, Barone, einen Imperator etc. und daneben aber "Großunternehmen" wie die Gilde oder Mafea.

Also derweil sieht es garnicht nach einem Ende der Technologisierung aus. Statt der Religion herrscht der Algorithmus, und in Wahrheit die Personen "hinter" dem Algorithmus, also G wie Gilde=Google, quasi ein Monopol auf interstellaren Transport oder Daten. Und genauso, wie die Gilde von den Fehden der Häuser unbeindruckt, ist Google von dem Hin- und Her von Staaten. Übrigens: der Krieg (Dschihad) lässt sich letztendlich in Dune auch nicht verhindern. Was für eine Fiktion, was für eine Realität.

Frank Herbert: Dune. Der Wüstenplanet.


Mittwoch, 25. März 2020

Die Tyrannei des Digitalen

Ich bin kein Fan von Science Fiction. Ein bißchen Zukunftsmusik oder ein wenig zu viel Zufall, gerne, dafür ist Frank Schätzing auch ein Autor, den ich Schätze. Die Tyrannei des Schmetterlings kam mir stellenweise eher wie die Tyrannei von siebenhundert Seiten vor. Zeitreisen, Paralleluniversen, monströse Killerinsekten, eine durchgegangene KI und dann die eigenartige Szene bei der Flucht aus PU453 (in die "Kristallwelt"). Schade um so ein Thema. Denn KI (künstliche Intelligenz) bzw. Big Data und all die Geschwister ist neben dem Klimawandel sicher jener Bereich, der uns noch viel Ärger bereiten könnte. Ob wir dabei wie im Buch Ares oder unser unvergesslicher HAL9000 von einer KI, die "zum Leben erwacht" und sich verselbständigt bedroht sind oder schlichtweg von der Tatsache, dass immer mehr Vertrauen "in das Digitale" gesteckt wird und man sich damit endlos abhängig macht - sei dahingestellt. Auf jeden Fall verschlingt "das Digitale" schon jetzt unerhörte Mengen an Zeit, sodass man schon manchmal den Eindruck kriegt: die KI braucht garnicht schlauer werden, die Menschen werden vom Denken abgehalten, und dadurch entsteht dann der Gap. Ach so, Sie fragen, wie ich diese Zeilen hier tippe. Oje, erwischt...

Frank Schätzing: Die Tyrannei des Schmetterlings.