Wie ein sepiafarbener Schatten, nur dunkler, legt sich die ständige Bedrohung durch die anderen über die Gemeinschaft. Und dennoch bleiben all die gewöhnlichen Vorgänge, Gefühle, Skandale, Techtelmechtel und insbesondere der viele Tratsch nicht aus. Normalität im Dauerausnahmezustand. Dass es das gibt, hat uns Amos Oz in "Ein anderer Ort" erzählt. Eigentlich ist der Titel irreführend, denn niemand will an einen anderen Ort. Außer vielleicht Noga, denn das happy end wirkt sehr vorläufig.
Wenn einem das 1966 erschienene Buch 2023 in die Hände fällt, ist es auch traurig zu lesen, dass sich der Konflikt im Nahen Osten keinesfalls verbessert hat.
Amos Oz: Ein anderer Ort. SZ-Bibliothek Bd.71
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Dienstag, 26. Dezember 2023
Auch im Schatten ist Leben
Montag, 20. Januar 2020
Schätze Schätzing
Was ich an Frank Schätzings Büchern schätze? Er tigert sich kompromisslos in seine Arbeit hinein, scheut keinen Aufwand, sich in eine Materie, in ein Thema einzuarbeiten. Und dann liefert er ab, Bücher die eben nicht sind wie das sprichwörtliche Schweizer Messer (kann alles, aber nichts gescheit). Diese Bücher - wie diesmal "Breaking News": kann Familiensaga, kann Zeitgeschichte, kann Thriller, kann Geopolitik - diese Bücher sind angetan, einem die eine oder andere halbe Stunde Schlaf zu rauben. Tausend Seiten die man gerne liest. Mit Breaking News kann man Israel und den Nahostkonflikt detailreich kennenlernen. Mir geht es dann so, dass ich Wiki öffne, und verschiedene Dinge nachlese, weil ich mehr wissen will.
Frank Schätzing: Breaking News.
Frank Schätzing: Breaking News.
Samstag, 3. Februar 2018
Der Fehler ist das Denken
Dass man den Fehler begeht, ist nicht die Frage, sondern höchstens noch die Auswirkung, die ist spannend. Und was ist falsch und richtig? Warum können wir Menschen die Finger nicht von Dingen lassen, wenn wir wissen, dass es uns Ungemach bereitet und vielleicht nur kurzfristig Glück? Vermutlich ist es das Denken, das ganz und gar von der Sache gefangen wird. Man kann sich vielleicht ablenken, aber kaum lässt man damit locker, ist er auch schon wieder da, der Gedanke. Zum Beispiel von Jara an Arie. Ihr Leben, das sich unter einer netten Decke zum Ende ihrer zwanziger hin eingerichtet hat, ist alles andere als gesetzt und bereit. Viel zu viel hat sie schon mitgebracht und unter der Decke versteckt. Und nicht dass jetzt jemand glaubt, die alten in der Geschichte wären sich im Reinen. Die Mehrecksgeschichte umfasst die Eltern von Jara, einen einstigen Verehrer ihrer Mutter, natürlich Jara selbst und auch Joni als Bezugspunkt mit unterschiedlicher Distanz. Aber Distanz. Spontan das durchgeplante Leben über Bord werfen, alles risikieren. Wägt man da ab? Sagt man, was habe ich schon auf der Aktivseite, was ist weg? Mit 20, 30, 40, 50? Oder ist der Gedanke so stark, dass es kein Gegengewicht gibt. Eine Frage des Tempraments oder doch der Kraft des Löwen der lockt. Anfangen damit ist die Krux:
"...das Nichtwissen, wie es ist, wenn man Feuer schluckt, denn jetzt, wo ich es wußte, verspürte ich einen schrecklich faden Geschmack, weil alles, was weniger war als das, mich nicht mehr begeistern würde"
Zeruya Shalev: Liebesleben
"...das Nichtwissen, wie es ist, wenn man Feuer schluckt, denn jetzt, wo ich es wußte, verspürte ich einen schrecklich faden Geschmack, weil alles, was weniger war als das, mich nicht mehr begeistern würde"
Zeruya Shalev: Liebesleben
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