Der dritte und letzte Teil der Cicero Trilogie von Robert Harris, Dictator, bietet ein grandioses Finale. Da ich ihn unmittelbar nach dem zweiten und auch relativ zeitnah nach dem ersten gelesen habe, hatte ich noch (fast) alle Personen und Umstände parat. Es schüttelt Ciceros Leben gewaltig durch, Erfolg und Mißerfolg geben sich die Türklinke in die Hand. Wie im echten Leben! Fehleinschätzungen und unvorhersehbare Entwicklungen machen es schwierig, richtig zu handeln. Bedenkt man noch, daß sehr vieles, vor allem der große Rahmen des Buches auf Tatsachen basiert, ist es schier unglaublich, wie spannend Politik sein kann. Und wie wichtig es für die Nachwelt ist, immer einen Tiro bei sich zu haben, der alles aufschreibt.
Robert Harris: Dictator.
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Mittwoch, 30. Dezember 2015
Sonntag, 20. Dezember 2015
Gut, besser - Harris
Geschichte ist fad, hört man immer wieder. Daß das Kleingeister sind, deren Horizont über die Fünfzoll-Diagonale ihres Smartphones (das Phone ist ja smart, der User allerdings...) nicht hinausgeht, ist unbestritten. Verpackt man, wie Robert Harris, Römische Geschichte, genauer nur einen relativ kleinen Teil davon, in Romanform, packend, spannend und nie langweilig werdend, dann ist Geschichte alles andere als fad. Der zweite Teil der Trilogie (Imperium - Titan - Dictator) knüpft an den ersten an, und obgleich man den Modus schon zu kennen glaubt, die handelnden Personen, zieht mich die Geschichte mehr noch rein, als im ersten Teil. Längst habe ich ein Lesezeichen, auf dem ich die wichtigsten Personen und deren Zusammenhänge anführe. Ich harre jetzt freilich dem dritten Teil, brenne darauf, wie die Story des Aufstieglers (homo novus) weiter geht.
Robert Harris: Titan.
Robert Harris: Titan.
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Das Römische Überaschungsei
Überraschung, Schokolade was zum Spielen: diese Dreierkombi verspricht das Überaschungsei von Ferrero. Ein Buch, das neben Geschichte und politischer Bildung auch noch Spannung drauflegt, das ist Imperium von Robert Harris. Die Geschichte Marcus Tullius Ciceros lehrt viel über politisches Handeln - da hat sich bis heute nicht viel geändert. Auch das Aushebeln der Demokratie durch Militärgewalt mit der fadenscheinigen Begründung eines ach-so gefährlichen Außenfeindes hat es schon gegeben. Der Spannungsbogen mag vielleicht durch einige Kunstgriffe und kleine Abweichungen vom historischen Stand der Dinge geschmiedet worden sein, aber was wäre ein Überaschungsei ohne Schokolade.
Robert Harris: Imperium.
Robert Harris: Imperium.
Donnerstag, 21. Mai 2015
Ende bekannt, trotzdem spannend
Da ist auf der einen Seite diese Stadt: vom Geld regiert, korrupt, gierig, vergnügungssüchtig, dekandent - kurzum ein Paradebeispiel für einen Ort, den eine höhere Instanz (Götter, Gerechtigkeit) demnächst grob hinweg fegen wird. Und dann ist da der Vulkan, der letztlich das seine dazu beiträgt. Aber an einer Stelle sagt Plinius, die Natur sei gleichgültig, ob jemand sich mehr in Bescheidenheit geübt hätte und die Auslöschung weniger verdient. Und diese Stelle macht diesem dankbaren Sujet der verkommenen Stadt (Land, Gesellschaft, Kultur) und der gerechten Strafe einen Strich durch die Rechnung. Freilich hat man stets ein Orakel gefunden oder eine Gottheit (bzw. Sünden) herangezogen für Katastrophen. Aber das könnte auch als Erklärungsmodell abgetan werden.
Und damit können wir den Untergang vom Pompeji auch nicht auf die heutige Finanzkrise (oder eine andere Krise, suchen Sie sich eine aus) umlegen. Ja, die westlichen Gesellschaften sind dekadent ohne Gleichen: werfen Sie nur einen Blick auf das Haustiergeschäft, oder die Jugend, die nicht mehr weiß, was sie sich noch wünschen soll und künstliche Bedürfnisse braucht. Und Vorzeichen, daß es bald kracht? Die gab es in Pompeji. Nur keiner war sie zu deuten in der Lage, oder gewillt. Neben dem "echten" Helden Plinius hat Richard Harris auch noch Atilius die Rolle des Wasserbaumeisters verpaßt, der im Ansatz die Zeichen erkennt. Ein bißchen Hollywood-Katastrophenschinken-mäßig hört natürlich keiner auf ihn, bis es zu spät ist. Aber er rettet die Geliebte aus den Fängen des Bösen, der abgefackelt wird.
Falls das abgebraucht klingt: weit gefehlt. Alleine die äußerst interessante Perspektive aus Sicht des Wasserbaumeisters auf die Stadt und ihren Untergang ist die Lektüre wert. Spannend ist sie obendrein.
Richard Harris: Pompeji.
Und damit können wir den Untergang vom Pompeji auch nicht auf die heutige Finanzkrise (oder eine andere Krise, suchen Sie sich eine aus) umlegen. Ja, die westlichen Gesellschaften sind dekadent ohne Gleichen: werfen Sie nur einen Blick auf das Haustiergeschäft, oder die Jugend, die nicht mehr weiß, was sie sich noch wünschen soll und künstliche Bedürfnisse braucht. Und Vorzeichen, daß es bald kracht? Die gab es in Pompeji. Nur keiner war sie zu deuten in der Lage, oder gewillt. Neben dem "echten" Helden Plinius hat Richard Harris auch noch Atilius die Rolle des Wasserbaumeisters verpaßt, der im Ansatz die Zeichen erkennt. Ein bißchen Hollywood-Katastrophenschinken-mäßig hört natürlich keiner auf ihn, bis es zu spät ist. Aber er rettet die Geliebte aus den Fängen des Bösen, der abgefackelt wird.
Falls das abgebraucht klingt: weit gefehlt. Alleine die äußerst interessante Perspektive aus Sicht des Wasserbaumeisters auf die Stadt und ihren Untergang ist die Lektüre wert. Spannend ist sie obendrein.
Richard Harris: Pompeji.
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