Posts mit dem Label Musik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Musik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 5. Januar 2026

Das Wanda Wunder

Dass da etwas Gescheites herauskommt, wenn man immer nur so dahinstolpert, ist schon ein kleines Wanda ähm Wunder. Oder sollte ich sagen: dahintorkelt. Wenn man nur die Hälfte von dem, was da getrunken und sonst wie in den Körper toxiniert wurde, zählt, muss das ja eine Dauerfettn sein. Aber mir gefällt, wie die Texte zusammengeschustert sind aus irgendwelchen Brocken, was sich dann für den Hörer von "Bolognia" schlüssig anhört.

Marco Wanda: Dass es uns überhaupt gegeben hat. 

Freitag, 3. November 2023

Ein Konzert. Und seinen Folgen?

 Eine interessante Perspektive. Die Toten sind garnicht tot. Sie sind noch immer da, und es ergibt sich die Gelegenheit, ein potentielles Talent, das durch den frühen Tod verloren gint, weiter existieren zu lassen. Zugleich finden sich auch andernfalls unmögliche Verstrickungen, wenn Mordopfer ihre Mörder treffen. Heikel, wenn das ganze dann im Deutschen Reich Deportierte und die Täter betrifft. Ob man dieses Ende als "versöhnlich" betrachten kann oder eher doch als "ergebnisoffen", bleibt zu überlegen.

Hartmut Lange: Das Konzert. 

SZ-Bib.Bd.70

Montag, 12. August 2019

Luxus war schon immer anziehend (und ausziehend)

Das mag jetzt, insbesondere im Anschluss an Jean Ziegler vom vorigen Beitrag, etwas unkorrekt klingen. Aber die Welt der Reichen und Schönen, wie sie in De Moor´s "Der Virtuose" dargestellt wird, ist schon anziehend - vor allem so, wie sie gekonnt beschrieben wird. Die offenbar größte Sorge und vordringlichste Aufgabe ist der persönliche Vergnügen, die Unterhaltung, sind Fragen des Stils, sind Klatsch und Tratsch und Befindlichkeiten, ist Luxus. Dass dieser Luxus nur auf Kosten enorm vieler anderer florieren kann, ist auch klar. Sich seinem Gefühlsleben, der Musik so vollends hingeben wie Carlotta, als gäbe es nichts anderes - es macht einfach Spaß, hier als Leser dabei zu sein, so eine Saison lang in Neapel...

Margriet de Moor: Der Virtuose
(Sz-Bibl. Bd.53)

Montag, 14. September 2015

Die Mißgeschicke des Jägers

Ich pflege bei Büchern stets, die Augen von den Klappentexten fern zu halten, wo erklärt wird, worum es in dem Buch geht. Warum auch immer möchte ich einen Text unvoreingenommen in seiner Abfolge lesen und mir selbst ein Bild machen. Bei anspruchsvolleren (für meinen gewiß nicht übermäßig breiten Horizont) Werken kommt es vor, daß ich bis zum Ende nicht erkenne, worauf das Buch hinaus will. Und jetzt frage ich Sie: sollte ich mich darüber ärgern oder freuen? Nehmen wir die Geschichte des Jazzers Johnny Carter in Jose Cortazars Buch her. Geht es um der Verhältnis Kritiker (Bruno) zu Musiker? Oder ist die Musik zentral? Oder der Widerspruch zwischen Erfolg und gleichzeitigem Verfall? Letzteres exemplarisch für eine ganze Generation Künslter, die da folgte. Oder stellt es den Versuch dar, einen Jazzmusiker aus einer anderen Perspektive zu zeichnen, mehr die Tiefen als Höhen in den Fokus rückend? Am Ende, glaube ich, soll es einfach ein Stimmungsbild sein, die Atmosphäre eingefangen, die scheinbar nicht greifbar ist. Dann allerdings ist dieser Roman nicht zu unrecht in der SZ Bibliothek.

Jose Cortazar: Der Verfolger.
SZ-Bibliothek Band 21

Sonntag, 20. Dezember 2009

Verfolgungswahn? Jamie Cullum, Photograph, 0:14

Man kann mir jetzt Verfolgungswahn vorwerfen. Oder Einbildung. Oder das Wahrnehmen eines psychoakustischen Artifakts. Gerne, aber hört zuerst selbst. Jamie Cullum, Photograph, auch als i06.mp3 bekannt, nach 14 Sekunden, gleich nach der ersten Zeile "Her name was written on a photograph". Ich höre hier ein Knirschen, so als ob ein alter, hölzerner Klavierhocker knirscht, wenn der Spieler sein Gewicht verlagert, um die geeignete, genehme Sitzposition zu erreichen. Warum man das bei einer Studioaufnahme nicht rausgeschnitten hat? Ich weiß es nicht, vielleicht ist es ja ein Rätsel, vielleicht ist es eine Botschaft eines Verrückten an einen anderen, und der erste, der es entdeckt, der ... (Erinnert ein wenig an Das F'sche Pendel)

Ich sehe schlecht. Ich höre schlecht (zumindest lt. Gehörtest). Aber die Idee, sich ein kleines Repatoire an Musik, Filmen, Büchern, Charaktären, Gedanken zu Gemüte zur führen, dieses aber dafür immer und immer, um weg von der Oberlächlichkeit zu kommen, diese Idee mag antiquiert und langweilig, i-tüpfchenreitend wirken, aber mir erscheint sie noch alle Tage lohnend.