Montag, 21. März 2011
Liebe auf den ersten Anschlag
Vor zwei Wochen hat sie Einzug gehalten. Sie, eine ältere Dame, schon gut 50 Jahre auf dem Buckel, und mit nicht wenigen Macken. Da hängt mal das "e", da wird das Band nicht gleichmäßig zurückgespult. Aber das Schreiben mit ihr ist einfach eine geniale Erfahrung und mit einem Computer nicht zu vergleichen. Schreiben ist da wirklich noch Arbeit. Aber die Belohnung folgt auf den Fuße. Und der Klang selbst. Nicht dieses sterile Klicken einer Computertastatur. Hach ja, schmacht, das muß Liebe sein.
Mittwoch, 2. März 2011
Commedia dell´arte oder Dramma per musica
Personen in diesem Stück:
- SIE: Protagonistin, Heldin, Herzdame
- ER, ihr Liebhaber: sich zu den Menschen herabgelassen habende Gottheit von bisweilen ungeschauter Männlichkeit, Herzkönig
- die Nebenbuhlerin: trifft in diesem Schauspiel erst auf den Liebhaber (Gefahr, seiner Attraktion nicht widerstehen zu können; eine Gefahr, der selbst die allerheiligste, keuscheste Nonne auf dem Erdboden unterliegt), Pikdame
- die Andere, auch eine enge Vertraute von IHR, Karodame
- ein wohlhabender Edelmann niederer Herkunft, Verehrer und bald schon Verlobter der Anderen, Itell Reding
- Gesindel und Gefolge des Herzkönigs, darunter sein steter Begleiter und Stallmeister Rudolf Harras
- der Alte, Erzähler, in dunkelgraue, schäbige Kutte gehüllt
I. Vorabend vor dem Ball
- SIE: ich bin, zugegeben, wegen morgen aufgeregt, aufgewühlt- der Alte: etwas bereitet Dir Sorge, Kind?
- SIE: Gewiß, Pikdame, sie ist, seit von Dannen sich gemacht von ihrem Pikbuben, brandgefährlicher als jedes dürre Stroh im trockensten Sommerwind. Mag sein, daß sie nicht so unverschämt ist. Aber wer weiß?
- der Alte: Hat sie ihn geblickt?
- SIE: Ichselbst war des Leichtsinns, IHN und die Pikdame aufeinanderprallen zu lassen. Hastig sog sie den verbrannten Tabakrauch in ihre Lungen, nur um mir dann aufgescheucht Bericht zu erstatten. Er gefalle ihr, so sie.
- der Alte: Nie kannst Du wissen.
- SIE: Nie!
SIE blickt zum Gewölbe hoch. Sinniert.
- SIE: Pikdame und Karodame ungebremst im Konversationswahn...
- der Alte: Wie sprichst Du über die Deinen!
- SIE: ...sind nicht zu bremsen, untergehen werd´ ich. Untergehen.
- der Alte: Wertheimer.
- SIE: Nicht so. Oder doch. Sie sind der feinen Konversation freilich nicht in solch einer Virtousität mächtig, können auf der Klaviatur der Worte nicht so fingerfertig tanzen wie ein Glenn mit Tönen.
- der Alte: Was gedenkst Du zu tun?
- SIE: Wenn ich wüßte. Eines nur, zur gekommenen Zeit wird mir klaren Auges gewahr werden, was es gespielt haben wird.
SIE geht ab. Der Alte bleibt zurück.
- der Alte (zu sich beim Anblick des Nachthimmels): Die Gestirne, sie lügen nicht. Das haben sie nie. Gelegenheiten tun sich auf. Sie wird ringen müssen mit allen Mitteln, alles in die Waagschale werfen, ihr feinstes Geschmeide anlegen, großzügig sein, wortgewandt und lieblich und lustig. ...was es gespielt haben wird.
Sonntag, 30. Januar 2011
1986
Vor 25 Jahren ist, wie uns die Nachrichten mit der Aktualisierung von eigentlich längst vergangenem in Erinnerung rufen, die Raumfähren Challenger kurz nach dem Start explodiert. Eines der Ereignisse, mit denen sich 1, 2, 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40, 50 Jahre später wieder (billig: Griff ins Archiv) "neue" Nachrichten machen lassen - unspekatakulär. Nicht für mich. Denn obwohl ich damals schon die Hauptschule besuchte, ist diese Katastrophe das erste, durch Medien transportierte Ereignis, an das ich mich zurück erinnern kann. Warum alleine, weiß ich nicht mehr, jedenfalls saß nur ich vor dem (schwarzweiße Bilder liefernde) Fernsehgerät und sah die Mini-ZIB mit den Bildern der Explosion. Nicht daß unser Haushalt ein nachrichtenkonsumierender gewesen wäre, iwo, die Krone am Freitag wegen dem Fernsehprogramm, und die ZIB um 19 Uhr 30 viel weniger "Pflicht" oder Routine als anderswo. Trotzdem interessant, wie aufwühlend etwas sein muß, um in Erinnerung zu bleiben. Nur 3 Monate später hat es das nächste Ereignis gegeben, das sich noch viel mehr einbrannte, weil es uns auch praktisch begroffen hat: Tschernobyl. In der Schule gab es damals Vorträge, wie man den Keller im nuklearen Notfall umrüsten könnte als Schutzraum, und daß man die Finger von den Schwammerln lassen sollte in dieser Saison.
Dienstag, 4. Januar 2011
In Petuschki angekommen: sternhagelvoll
Mein Kopf schmerzt. Er hämmert, er pocht. Der Brechreiz will nicht weggehen, nicht einmal der Gedanke an ein belegtes Brot kann helfen. Kurz, es ist die "ohnmächtigste und schmachvollste Zeit im Leben meines Volkes - o Zeit zwischen Morgendämmern und Öffnung der Geschäfte". Wer sich mit Wenedikt Wenitschka auf die Reise vom Kursker Bahnhof nach Petuschki macht, wird schon beim Lesen stockbesoffen. Je weiter man vorankommt (im Köfferchen neben den belegten Broten auch 2 Flaschen Kubanskaja, zwei Viertel Rossijskaja (zu je nur 1,64 Rubel!) und einen hochprozentigen Rosé), desto kurioser und grotesker schweift der Text aus, genau so, wie der gute Wenitschka (anfangs noch im inneren Dialog mit den Engeln) säuft. Erst Erzählungen, dann die Runde Geselliger im Abteil, die beim Saufen alle den Kopf zurückreißen wie der Pianist bei der Zugabe auf die Etüde in CIS- (sic!) -Moll von Franz Liszt. Ausführungen über fremde Länder folgen - stets mit dem nötigen Ernst für Politisches, der dem gebildeten Säufer anhaftet, unterbrochen vom Oberschaffner Semjonytsch (wir wissen: ein Gramm pro gefahrenen Kilometer), weiter zu Wahnvorstellungen und einem tragischen Ende.
Mirselbst gefällt zu vordererst auch der Bezug zur Telefonkabelverlegung durch die staatliche Stelle mit jeder Menge Dienstfreizeit, die ein jeder nutzt, wie er meint: "der eine trank Wermut, ein anderer, etwas Einfacherer, Eau de Cologne 'Frische', und einer mit höheren Ansprüchen saß auf dem internationalen Flughafen Scheremetjewo und trank Cognac." Verdammt, das kommt mir bekannt vor. Insgesamt wird es für das Schreiben des Buches, das ich sehr empfehlen kann, nicht gereicht haben, anderen Tschecheranten Gehör zu schenken. Der Gute Wenedikt muß hier allerlei praktische Erfahrungen und Experimente am eigenen Leib mitgemacht haben (natürlich nur im Dienste der Literatur, versteht sich!), sonst könnte er den Tagesablauf eines Säufers bis zum völligen Abwinken nicht SO beschreiben. Prost!
JEROFEJEW, Wenedikt: Die Reise nach Petuschi. Ein Poem. 1973
Mirselbst gefällt zu vordererst auch der Bezug zur Telefonkabelverlegung durch die staatliche Stelle mit jeder Menge Dienstfreizeit, die ein jeder nutzt, wie er meint: "der eine trank Wermut, ein anderer, etwas Einfacherer, Eau de Cologne 'Frische', und einer mit höheren Ansprüchen saß auf dem internationalen Flughafen Scheremetjewo und trank Cognac." Verdammt, das kommt mir bekannt vor. Insgesamt wird es für das Schreiben des Buches, das ich sehr empfehlen kann, nicht gereicht haben, anderen Tschecheranten Gehör zu schenken. Der Gute Wenedikt muß hier allerlei praktische Erfahrungen und Experimente am eigenen Leib mitgemacht haben (natürlich nur im Dienste der Literatur, versteht sich!), sonst könnte er den Tagesablauf eines Säufers bis zum völligen Abwinken nicht SO beschreiben. Prost!
JEROFEJEW, Wenedikt: Die Reise nach Petuschi. Ein Poem. 1973
Montag, 27. Dezember 2010
Last night and 51 years
Nachdem ich mit "The hotel new hampshire" quasi im Zuge meiner DerStd.Bibliothek über Irving gestolpert war, war es kein langes Zögern, als ich von seiner Neuerscheinung "Last night in twisted river" hörte, diese zu ordern, und das, um den guten Mann auch selbst ohne Synchronstimme zu hören, in englischer Sprache, was die Lektüre vielleicht verlängerte, aber auch bestimmt bereicherte, denn übersetzen sie mal das Wortspiel "cook-cookie" auf Deutsch, oder "don´t get your balls crossed about this", "constipated christ". Ich muß aber sagen, daß trotz all des Lobes mir Das Hotel besser gefallen hat. Allemal bietet dieses Buch auf seinen 585 Seiten etliche spannende Fundorte. Es wird eine Geschichte über 5 Jahrzehnte erzählt, eine Geschichte von Flucht, Angst, Rückschlägen und Wegbegleitern von Dominic, Daniel und Ketchum. Mit Zeitsprüngen und Rückblenden, mit der "Aufladung" von Gegenständen (z.B. das eight-inch cast iron skillet, der Blaue Mustang, oder Ketchums left hand) läßt sich dann immer wieder sehr gut spielen. Wiegleich es Irving schafft, eine Balance der Kernhandlung und der Erzählung zu halten, wo zum Ende alles Sinn ergibt! Fein auch die Mehrschichtigkeit, weil Koch´s Sohn Daniel Schriftsteller ist und sich ständig die Frage aufdrängt, ob da Irving sich selbst verwurstet, ob er selbst über sein Handwerk schreibt, was ganz am Ende darin gipfelt, daß er aus Innensicht des Daniel die Diskussion mit sich selbst ausbreitet, mit welchem Satz er das Buch wohl beginnen wird. Wie er es aber gemacht hat, so etwas zustande zubringen, erklärt er uns dann - mit Ausnahme einiger Bücher und Restaurants - doch nicht ausreichend (leider, hehe).
John Irving: Last night in Twisted River. 2010.
John Irving: Last night in Twisted River. 2010.
Freitag, 3. Dezember 2010
Holt mich hier raus (Ich bin ein Star)
Star, Luxuswesen, Globetrotter, Jetset Lady: Oh mein Gott, was ich mitgemacht habe. Das ist zu berichten wert. (Und das mir!) Ich war also wieder auf einem meiner luxuriösen Shoppingtripps nach good ol´London, schwenkte mein Gucci Täschchen und verachtete H&M (daß es H&M auch in London gibt! Zum Glück kaufe ich nicht in den Geschäften des Pöbls (weil, warum sollte ich dann nach Loooondon fliegen!) Nun stolziere ich also in meinen Heels (von Kurt Geiger) zu meinem Konzert, dem einer Alternativband. Musik zu hören (und deren Konzerte zu besuchen, wenn möglich verbunden mit ein, zwei Flugstunden), die der Pöbl erst garnicht kennt, das ist ein Unterscheidungsmerkmal, auf das ich nicht ohne Grund stolz bin. Ihr müßt Euch erst vorstellen - wie aufwendig! Immer neue Bands zu finden, den Pöbl ständig im Gnack. Da red ich ja garnicht von Ö3 (igitt), sondern von den Pseudoalternativen. Kaum habe ich das Konzert verlassen (das war natürlich unerreicht gut, und es hat mir in Facebook® Punkte gebracht sowie ein "I like" mehr (nicht "gefällt mir"), denn NATÜRLICH betreibe ich meine Facebook® Oberfläche in Englisch, als halbe Irin, halbe Londonerin, halbe ... Na, mit dem Rechnen, egal. So eine Klammer muß ich, glaub ich, noch zu machen. ) Erledigt. Also wo war ich, ja, auf der Straße vor dem traumhaft schönen Ambiente (wie hier alles traumhaft schön ist, so weihnachtlich, ich bin geneigt, diesem Kitsch fast schon zu verfallen). Und da war er! Weiß, kühl, feucht, überall, an mir, bis auf die Haut, anhaltend, stark und sanft zugleich: der Schneefall. Das Drama (dann schon sensa musica) nimmt seinen Lauf. Gatwick gesperrt! Kann natürlich nur ein schlechter Scherz sein, also hin. Meinem - zugegeben leicht gekünstelt - hysterischen Anfall beim VIP Schalter von Skyeurope (oder wie die heißen) folgt die Desillusion, daß heute kein Flieger mehr geht und auch alle Hotels ausgebucht sind. Das würde heißen, ich müßte auf einem Feldbett in einer Halle nächtigen, in der sich hunderte fremde Menschen befinden, atmen, schwitzen, und was sonst noch alles. Und das mir! Ausgeschlossen, igitt. Ich zücke eines meiner beiden mit Swarowksy Steinen bestückten Mobiles (für den Pöbel: Handys) und muß feststellen, daß sich die Akkus gegen Null befinden. Ich werde panisch. Wie zum Henker soll ich nun meinen Rettungsruf absetzen? Mit einem WAS? Na, entschuldige, aber das haben was-weiß-ich-wie-viele, teils (oder alle) grauslichen Menschen mit ihrem Ohren und Mündern und Bakterien und Viren berührt. Vorher schreie ich so laut, daß ER mich hört. Er, Didi. Nicht DER Didi. Der könnte mich nur abholen, wo man mit einem Sechszylinder (Allrad) hinkommt. Hier brauche ich schon den großen kleinen Didi. Heb schon ab. Didi! Ich bin ein Star! Holt mich hier raaaaaaaaaaus.
Nachrichtensprecher: Ein Privat ähm Firmenjet mit dem Flugkennzeichen OE-Sprudler1 hat heute den Landeanflug auf Gatwick angetreten, obwohl der Tower mehrfach auf die Sperre hinwies. Beim Aufsetzen...
Luxusgirl: Und dann war es soweit. Ich fügte mich meinem Schicksal und kam zu liegen neben einem, wie soll ich es sagen, Pfarrer wäre vermutlich am zutreffensten. Er hielt mir eine Predigt wegen meines Lebenswandels. Ich könne doch nicht soviel Geld verprassen für sowas. Und mein CO2 Fußabdruck. Und überhaupt, was sich MEINE Generation dabei denke. Ich sagte ihm, er solle doch bitte sonst wo seinen Frust und Neid abladen daran, daß wir die Auserwählten sind, daß wir Spaß ohne Ende haben können und in Luxus schwelgen, daß wir die Krönung der Schöpfung... Danach (Retourpredigt) gab er zu, ein langweiliges Leben zu haben und er wolle sich bessern. Er lud mich auf einen Automatenkaffee ein. AUTOMATENKAFFEE! Ich befinde ja schon den Clooney Kaffee als Abwaschwasser. Hätte er wenigstens ein Gläschen Champagner im VIP Bereich angeboten. Nichts hat er gelernt. (Pausiert) Dabei fand ich ihn irgendwie... und wollte mich gerade für...
Der Lautsprecher zerreißt die Stille, es geht weiter, und wie es sich gehört (schon seit 14.April 1912 ist das offiziell), werden die STARS zuerst RAUSGEHOLT. Ich blickte mich nicht um, fand mich unter meines Gleichen, Luxusmenschen wie aus dem Hochglanzkatalog, stilgerecht echt mit Hang zu Städtetrips. Warschau, ich komme!
Nachrichtensprecher: Ein Privat ähm Firmenjet mit dem Flugkennzeichen OE-Sprudler1 hat heute den Landeanflug auf Gatwick angetreten, obwohl der Tower mehrfach auf die Sperre hinwies. Beim Aufsetzen...
Luxusgirl: Und dann war es soweit. Ich fügte mich meinem Schicksal und kam zu liegen neben einem, wie soll ich es sagen, Pfarrer wäre vermutlich am zutreffensten. Er hielt mir eine Predigt wegen meines Lebenswandels. Ich könne doch nicht soviel Geld verprassen für sowas. Und mein CO2 Fußabdruck. Und überhaupt, was sich MEINE Generation dabei denke. Ich sagte ihm, er solle doch bitte sonst wo seinen Frust und Neid abladen daran, daß wir die Auserwählten sind, daß wir Spaß ohne Ende haben können und in Luxus schwelgen, daß wir die Krönung der Schöpfung... Danach (Retourpredigt) gab er zu, ein langweiliges Leben zu haben und er wolle sich bessern. Er lud mich auf einen Automatenkaffee ein. AUTOMATENKAFFEE! Ich befinde ja schon den Clooney Kaffee als Abwaschwasser. Hätte er wenigstens ein Gläschen Champagner im VIP Bereich angeboten. Nichts hat er gelernt. (Pausiert) Dabei fand ich ihn irgendwie... und wollte mich gerade für...
Der Lautsprecher zerreißt die Stille, es geht weiter, und wie es sich gehört (schon seit 14.April 1912 ist das offiziell), werden die STARS zuerst RAUSGEHOLT. Ich blickte mich nicht um, fand mich unter meines Gleichen, Luxusmenschen wie aus dem Hochglanzkatalog, stilgerecht echt mit Hang zu Städtetrips. Warschau, ich komme!
Dienstag, 9. November 2010
An Education
Gleich vorweg: wieder ein Streifen, der mehr als gut gemeint ist, aber die Balance zwischen Massentauglichkeit und ausreichend Tiefgang nicht ganz packt. Dabei macht das erste Drittel richtig Spaß, weil man sich großen Aufwand angetan hat, das England der 1960er Jahre in Vollfarbe zu rekonstruieren. Eine Bilderschau, daß man den Gegenstand des Filmes fast vergißt. Irgendwann besinnt man sich zurück, und da bleibt aber der rote Faden zerfleddert. Es wird breit aufgefächert, was das Spannungsspektrum betrifft, sei es nun die vermeintliche Kriminalität des Liebsten, sei es ein mögliches Dreieck mit dem besten Freund des Verehrers, sei es Heirat versus Education ("Hat Dein Liebster Interesse an der klugen Jenny?") oder vielleicht das erste Mal, oder ob sie schwanger ist? All das wären schöne Themen, aber wieder das übliche Leiden: der Film ist zu kurz für so viel. Dabei gibt es einen Punkt, da hätte ich gesagt: ah, jetzt fängt im Schluß so richtig alles zum (Über-)Kochen an, doch dann rettet sich die Handlung in eine Läuterung von Jenny und die Überstellung zur Universität, begleitet von "Das Leben, das ich will, kommt nicht von selbst". Dabei ließe sich die Frage, ob (und wozu) einer Frau in den 1960er Jahren Bildung widerfahren hätte sollen, breit und ausführlich (gar ausufernd) umsetzen. Fazit: Themenverheizerei mit Fluchtweg am Ende, aber handwerklich nette Bilder und kurzweilig.
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